Studie zur Leistbarkeit: Wohneigentum halten viele für einen unerreichbaren Traum

München Test,

Neue Interhyp-Studie hat 1.000 Käuferinnen und Käufer sowie Immobilieninteressenten befragt, ob die eigene Immobilie in Deutschland noch finanzierbar ist. Die Mehrheit (65 Prozent) bezeichnet die Preise als abschreckend, 44 Prozent sehen sie als abgekoppelt vom wahren Wert, 51 Prozent der Interessenten halten einen Kauf in ihrer Region für gar nicht oder kaum noch leistbar. Für 27 Prozent ist der Immobilienkauf aufgrund eines Erbes oder einer Schenkung möglich, 67 Prozent setzen Ersparnisse ein, 40 Prozent setzen auf Eigenleistung. Beschleunigter Preisanstieg: Kosten für den Immobilienerwerb sind laut Interhyp-Daten im ersten Quartal 2022 gegenüber Vorjahresquartal um 14 Prozent gestiegen – diese Steigerung betrug im ersten Quartal 2021 9 Prozent. 77 Prozent glauben, es gibt eine Immobilienblase.

Angesichts des Preisanstiegs auf dem Immobilienmarkt halten viele Mieterinnen und Mieter eine eigene Immobilie mittlerweile für unerschwinglich. Das zeigt eine neue Studie der Interhyp Gruppe, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen. Die Erhebung unter 1.000 Käuferinnen und Käufer sowie Immobilieninteressenten belegt, dass die Mehrheit die Preise als abschreckend empfindet und viele den Immobilienkauf in der eigenen Region für gar nicht oder kaum noch leistbar hält. Viele der von uns Befragten haben das Gefühl, dass die Preise ‚unaufhörlich ins Unermessliche‘ steigen, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe. Nach zwei Jahren mit einem Anstieg von jeweils über 10 Prozent verläuft die Preissteigerung auf dem Immobilienmarkt laut Interhyp-Daten aktuell weiter ungebremst und ist sogar höher als im Vorjahresquartal. Die durchschnittlichen Kosten für den Bau oder Kauf einer Immobilie inklusive Nebenkosten liegen im ersten Quartal 2022 bei 540.000 Euro und sind damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr lag der Anstieg im ersten Quartal bei 9 Prozent. In Metropolen liegen die Durchschnittspreise noch deutlich höher, etwa in München bei 905.000 Euro und Hamburg bei 750.000 Euro.

„In astronomische Höhen gestiegene Preise“, „aus den Fugen geraten“, „überhitzt“, „nur etwas für Millionäre“: Mit diesen Worten beschreiben die Befragten im qualitativen Teil der Studie den Immobilienmarkt in Deutschland. Was das genau bedeutet, verdeutlichen die Ergebnisse aus dem quantitativen Teil der Studie. Gut die Hälfte der Befragten (51 Prozent), die in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Immobilie kaufen möchten, gaben an, dass ein Immobilienkauf in ihrer Wunschregion „kaum“ bis „gar nicht“ leistbar sei. Als Gründe für die Unerreichbarkeit gibt jeder Zweite (49 Prozent) die Höhe der Immobilienpreise in der Region an. 45 Prozent bezeichnen die mittlerweile aufgerufenen Kaufpreise in Relation zum Vermögen oder zum Einkommen als zu hoch. Bezogen auf den eigenen Kauf will jeder dritte Befragte (36 Prozent) deshalb Kompromisse eingehen. Ein Drittel hat den Immobilienkauf verschoben oder hinausgezögert (29 Prozent). 7 Prozent haben den Immobilientraum komplett aufgegeben. „Wer in den begehrten Lagen der Metropolen eine Immobilie sucht, wird häufig Kompromisse eingehen müssen – etwa ins Umland ziehen oder eine kleinere Immobilie wählen.“ Utecht empfiehlt, wenn möglich Fördermittel zu nutzen und fordert von der Politik: Damit Immobilien für breite Bevölkerungsschichten wieder leistbarer werden, sind passendere staatliche Anreize, wie zum Beispiel Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer, nötig.

65 Prozent bezeichnen Preise als abschreckend

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