Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Immobilienkauf?
von Philipp Derichs, Senior Desk Finanzierungsberater, Niederlassung StuttgartDas Alter ist beim Immobilienkauf weniger entscheidend als oft angenommen – wichtiger sind Eigenkapital, Jobsicherheit und Familienplanung. Dennoch hat jede Lebensphase ihre Besonderheiten: Mit 30 fehlt oft das Eigenkapital, mit 50 wird die Finanzierungszeit knapper. In diesem Ratgeber zeigen wir, worauf es in den 20ern, 30ern, 40ern und 50+ ankommt und wie Sie den richtigen Zeitpunkt finden.
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Diese Faktoren bestimmen den richtigen Kaufzeitpunkt
Der optimale Zeitpunkt für den Immobilienkauf hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Entscheidend sind vor allem:
- Eigenkapital und Einkommen: Können Sie die Kaufnebenkosten (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/kaufnebenkosten/) (10-15 % des Kaufpreises) aus eigenen Mitteln zahlen? Ist Ihr Einkommen stabil genug für die monatliche Rate?
- Lebensplanung: Planen Sie, langfristig am Standort zu bleiben? Wer häufig umzieht, zahlt bei jedem Verkauf und Neukauf erneut hohe Nebenkosten.
- Marktlage: Wie entwickeln sich Zinsen und Immobilienpreise in Ihrer Region? Steigen die Preise schnell, kann Abwarten teurer werden als sofort zu kaufen.
Je nach Alter stehen dabei unterschiedliche Aspekte im Vordergrund – von fehlender Sparzeit in den 20ern bis zur knapperen Finanzierungszeit ab 50.
Immobilienkauf zwischen 20 und 30 Jahren: Früh einsteigen oder vorbereiten
Junge Menschen in den Zwanzigern sind unter Immobilienkäufern noch selten – aber unter den richtigen Voraussetzungen kann der frühe Kauf durchaus sinnvoll sein. Wer nach Ausbildung oder Studium eine sichere berufliche Perspektive hat und langfristig am Standort bleiben möchte, profitiert davon, dass die monatliche Rate in Vermögensaufbau statt in Miete fließt.
Die größte Herausforderung: fehlendes Eigenkapital
In den ersten Berufsjahren fehlt meist das Kapital, um die Kaufnebenkosten plus 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche zu zahlen. Hier können Eltern oder Großeltern entscheidend helfen – etwa durch Schenkungen, als Mitkreditnehmer, mit einer Bürgschaft oder durch Zusatzsicherheiten. Dabei gibt es verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.
Mehr zur Immobilienfinanzierung mit Eltern erfahren (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/immobilie-mit-eltern-finanzieren/)
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Fazit: Der frühe Kauf kann sich langfristig auszahlen – vor allem mit familiärer Unterstützung beim Eigenkapital und einer stabilen beruflichen Perspektive. Wer merkt, dass der Kauf auch mit Unterstützung nicht stemmbar ist, sollte die Zeit nutzen: Mit Bausparvertrag, Wohn-Riester oder klassischem Sparen lässt sich systematisch Eigenkapital aufbauen.
Kaufen zwischen 30 und 50 Jahren: Das klassische Alter für den Eigentumserwerb
Ab einem Alter von etwa 30 Jahren haben viele Menschen Klarheit über ihren Lebensmittelpunkt gewonnen. Längerfristige Entscheidungen über den Arbeitsplatz sind getroffen, aus dem Paar wird oft eine Familie. Der steigende Druck im Mietmarkt rückt den Traum vom Eigenheim mehr in den Mittelpunkt und dank gestiegener Einkommen und bereits vorhandener Ersparnisse, kann der Wohntraum in Erfüllung gehen.
Das spiegelt sich auch in den Interhyp-Daten wider: Im Jahr 2025 liegt das durchschnittliche Alter beim Immobilienkauf bei 39,3 Jahren. Allerdings gibt es regionale Unterschiede – während im Saarland mit durchschnittlich 37,3 Jahren etwas jüngere Menschen kaufen, liegt das Alter in Hamburg bei 41,1 Jahren.
Ideale Voraussetzungen in dieser Lebensphase
In den 30ern und 40ern kommen mehrere Faktoren günstig zusammen: Das Einkommen ist nach einigen Berufsjahren deutlich höher als nach Ausbildung oder Studium, gleichzeitig wurde bereits Eigenkapital (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/eigenkapital/) angespart. Zudem bleibt bei einem Kauf mit 35 Jahren noch ausreichend Zeit bis zum Rentenalter – mit einer Finanzierungslaufzeit von etwa 25 Jahren und einem Tilgungssatz von rund 3,5 Prozent lässt sich die Immobilie rechtzeitig vor der Rente entschulden.
Besonderheiten bei Elternzeit
Ein wichtiger Hinweis: Während der Elternzeit kann die Finanzierung aufgrund des vorübergehend niedrigeren Einkommens schwieriger werden. Banken verlangen zudem die Sicherheit, dass Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer nach der Elternzeit ins Berufsleben zurückkehren. Daher ist es empfehlenswert, die Finanzierung wenn möglich vor oder nach der Elternzeit anzugehen.
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Fazit: Die Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren bietet ideale Voraussetzungen für den Immobilienkauf – mit ausreichend Eigenkapital, stabilem Einkommen und genug Zeit für die Entschuldung vor dem Rentenalter. Timing bei Elternzeit und individuelle Lebensplanung sollten jedoch gut durchdacht werden.
Immobilienkauf ab 50: Finanzieren auf der Zielgeraden
Nicht alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder Selbstständige sind schon mit 30 oder 40 Jahren so sesshaft, dass sie sich mit dem Kauf einer Immobilie langfristig binden möchten. Bei Menschen, die häufig ihren beruflichen Einsatzort wechseln oder einige Jahre im Ausland tätig sind, kristallisiert sich der dauerhafte Lebensmittelpunkt oft erst später heraus. Auch nach einer Trennung kaufen viele erst im späteren Alter ihre eigene Immobilie.
Kein Höchstalter für die Baufinanzierung
Ein verbreiteter Irrtum: Viele über 50-Jährige glauben, dass sie für eine Finanzierung zu alt sind. Das stimmt nicht. Es gibt kein Höchstalter für eine Baufinanzierung, und Banken sehen gerade in dieser Altersgruppe eine interessante Zielgruppe – deren Einkommen und Vermögen meist das der jüngeren Generation übersteigt. Entscheidend ist lediglich, dass der Kredit im Rahmen der statistischen Lebenserwartung zurückgezahlt werden kann.
Strategien für die Finanzierung
Um die Immobilie bis zur Rente zu entschulden oder die Restschuld überschaubar zu halten, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Höhere Tilgungsraten: Dank des oft vorhandenen Eigenkapitals lassen sich höhere monatliche Raten (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/tilgungsrate/) kalkulieren.
- Flexible Tilgung: Während der Berufstätigkeit höhere Tilgung ansetzen, nach Renteneintritt reduzieren.
- Sondertilgungen nutzen: Einmalzahlungen aus Boni oder Erbschaften beschleunigen die Entschuldung.
- Kinder einbeziehen: Erwachsene Kinder können als Mitkreditnehmerinnen und Mitkreditnehmer beteiligt werden.
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Fazit: Der Immobilienkauf ab 50 Jahren ist dank höherem Eigenkapital und guter Bonität oft einfacher als gedacht. Es gibt kein Höchstalter für die Finanzierung – entscheidend ist eine realistische Planung, die Renteneintritt und Restschuld berücksichtigt. Eine individuelle Beratung (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/beratung/) hilft, die persönliche Situation optimal zu bewerten.
Sind Sie bereit für den Immobilienkauf? Eine Checkliste
Der richtige Zeitpunkt hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Diese Fragen helfen bei der Einschätzung:
Was können Sie sich leisten?
Machen Sie eine Bestandsaufnahme: Wie viel Eigenkapital steht Ihnen zur Verfügung? Wie viel möchten Sie davon einsetzen? Kalkulieren Sie realistisch, welche Rate Sie sich langfristig leisten können und möchten – berücksichtigen Sie dabei auch künftige größere Ausgaben oder Veränderungen wie Familienplanung, Elternzeit oder einen möglichen Jobwechsel. Falls Ihr Eigenkapital noch nicht ausreicht, prüfen Sie auch, ob Familienunterstützung eine Option ist.
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Haben Sie sich ausreichend informiert?
Neben dem Kaufpreis entstehen Kaufnebenkosten von etwa 10 bis 15 Prozent (Grunderwerbsteuer, Notar, eventuell Makler) sowie laufende Ausgaben für Instandhaltung und Renovierungen. Haben Sie sich über Finanzierungsoptionen, Fördermittel und Tilgungsstrategien informiert? Falls Sie dabei noch Unklarheiten oder Fragen haben, hilft eine unverbindliche Beratung, offene Fragen zu klären und Ihre individuelle Situation zu bewerten – auch ohne konkrete Immobilie im Blick.
Wie entwickeln sich Zinsen und Immobilienpreise?
Neben Ihrer persönlichen Situation beeinflussen auch Marktfaktoren den richtigen Zeitpunkt: Wer länger wartet, kann mehr Eigenkapital ansparen – bei steigenden Zinsen oder Immobilienpreisen kann Abwarten die Finanzierung aber auch verteuern. Verfolgen Sie die Zinsentwicklung (https://www.interhyp.de/zinsen/#zinsverlauf) und Immobilienpreise in Ihrer Region über einige Monate, um ein Gefühl für die Marktlage zu bekommen.
Wie ist Ihre private und berufliche Situation?
Ein Immobilienkauf bindet Sie langfristig: Passt die Größe zu Ihrer Familienplanung? Ist Ihr Job sicher und möchten Sie am Standort bleiben? Sind Sie bereit, Zeit und Verantwortung für Instandhaltung und Reparaturen zu übernehmen? Ein stabiles Einkommen und eine klare Lebensperspektive sind wichtige Voraussetzungen. Bei möglichen beruflichen Veränderungen bleibt die Option zur Vermietung.
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