Preisverhandlung beim Hauskauf - 8 Tipps

von Philipp Derichs, Senior Desk Finanzierungsberater, Niederlassung Stuttgart

Sie haben eine vielversprechende Immobilie ins Auge gefasst, aber der aufgerufene Preis liegt über Ihren Vorstellungen? Dann ist jetzt Ihr Verhandlungsgeschick gefragt. Egal ob zukünftiges Eigenheim oder Kapitalanlage: Mit unseren acht Tipps bereiten Sie sich optimal auf die Preisverhandlung vor und erhöhen Ihre Chancen auf den Zuschlag zum Wunschpreis.


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Tipp 1: Nachfrage abschätzen

Wie groß der Verhandlungsspielraum ist, hängt entscheidend von der Nachfrage ab. Viele Interessenten bedeuten eine starke Verhandlungsposition der Verkäuferseite – Preisnachlässe sind dann selten. Achten Sie auf:

  • Anzahl der Interessenten (Maklerin oder Makler direkt fragen)
  • Angebotsdauer des Objekts
  • Erneute Veröffentlichung eines Exposés (Hinweis auf geringe Nachfrage)
  • Marktphase: Käufer oder Verkäufermarkt?

Eine regelmäßige Immobiliensuche liefert ein gutes Gefühl dafür, wie beliebt Objekte in der jeweiligen Region sind – sowohl für Eigennutzer als auch Anleger.

Tipp 2: Genauen Wert der Immobilie ermitteln

Zur Einschätzung des fairen Kaufpreises können verschiedene Tools und Quellen genutzt werden:

Steht die Preisverhandlung beim Immobilienkauf an, kann auch ein Verkehrswert-Gutachten durch einen professionellen Gutachter erstellt werden, der vor allem die Bausubstanz näher unter die Lupe nimmt. Das ist zum Beispiel über den örtlichen Gutachter-Ausschuss möglich. Das kostet zwar rund 1.500 Euro, zahlt sich aber aus, wenn ein größerer Sanierungsstau besteht, die Bausubstanz auffällig ist oder langfristige Investitionen absehbar sind.

Tipp 3: Protokolle der letzten Eigentümerversammlung prüfen

Beim Kauf einer Wohnung ist es ratsam, sich mindestens die letzten drei Protokolle von Eigentümerversammlungen genau durchzulesen. Dabei sollten Sie besonders auf folgende Punkte achten:

  • Sind Reparaturen oder Modernisierungen geplant?
  • Welche Interessen haben einzelne Miteigentümer?
  • Gibt es Hausbewohner, die ihr Hausgeld nicht bezahlen?

Tipp 4: Argumente sammeln für die Preisverhandlung beim Hauskauf

Um den Kaufpreis zu senken, benötigen Sie klare, sachliche Argumente. Prüfen Sie die Lage:

  • Gibt es in der Nähe Kindergärten und Schulen?
  • Wie ist die Infrastruktur (Einkaufsmöglichkeiten, ÖPNV, Ärzte)?
  • Ist die Gegend ein sozialer Brennpunkt?

Aber auch beim Zustand der Immobilie lohnt es sich, genauer hinzuschauen:

  • Muss die Heizung bald erneuert werden?
  • Gibt es veraltete Rohre, die ausgetauscht werden müssen (zum Beispiel Bleirohre)?
  • Gibt es feuchte Räume oder Keller?
  • Sind die Fenster nur einfach verglast?

Für die anfallenden Reparaturen sollten Sie möglichst vorab Angebote einholen. So können Sie gut argumentieren und den Preis senken. Aber auch eine unvorteilhafte Ausstattung wie fehlender Garten, kein Balkon, kein PKW-Stellplatz oder kein Aufzug gibt Ihnen zusätzlichen Verhandlungsspielraum.

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Tipp 5: Eigenen Angebotspreis plus oberste Grenze festlegen

Vor der Preisverhandlung sollten Sie zwei Werte kennen:

  • Ihren Startpreis (Ihr erstes Angebot)
  • Ihre absolute Obergrenze, die Sie nicht überschreiten

Das ist wichtig, damit Sie in der Hitze des Gefechts keinen Preis akzeptieren, den Sie später bereuen. Bei der Einschätzung Ihres finanziellen Rahmens hilft die Interhyp-Vorausberatung.

Wichtig ist außerdem, dass Ihr Angebot nicht willkürlich erscheint, sondern nachvollziehbar begründet wird – etwa durch veränderte Finanzierungskonditionen (beispielsweise höhere Zinsen), realistische Vergleichsobjekte, den energetischen oder modernisierungsbedingten Investitionsbedarf oder, für Kapitalanleger, eine Renditeberechnung anhand der Ist-Miete.

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Tipp 6: Prüfung der Energieeffizienzklasse

Die besten Chancen auf eine Preisreduzierung bestehen bei Immobilien mit höherem Modernisierungs- und Sanierungsbedarf. Nehmen Sie beispielsweise Sachverständige mit zur Besichtigung einer Bestandsimmobilie. Diese können etwaige Mängel direkt aufdecken und liefern so die Vorlage, über den Preis zu reden.

Tipp 7: Kaufnebenkosten senken

Bei der Preisverhandlung zum Hauskauf sollten die

Kaufnebenkosten (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/kaufnebenkosten/)

nicht vergessen werden. Ein großer Posten ist die Grunderwerbsteuer. Während der Steuersatz je nach Bundesland festgesetzt ist, gibt es beim Kaufpreis der Immobilie, der zur Berechnung herangezogen wird, einen gewissen Spielraum. Inventar wie zum Beispiel eine Einbauküche kann herausgerechnet werden.

Hinweis: Der Kaufvertrag muss Ihnen mindestens zwei Wochen vor Beurkundung vorliegen, damit Sie den Vertrag noch in Ruhe prüfen können.

Tipp 8: Beziehungsaufbau zur Maklerin oder zum Makler

Ein guter Draht zum Makler kann Ihre Chancen erheblich verbessern. Maklerinnen und Makler bevorzugen Käuferinnen und Käufer, mit denen die Abwicklung reibungslos funktioniert – wer schnell reagiert, vollständige Unterlagen vorlegt und freundlich-lösungsorientiert auftritt, gewinnt Vertrauen. Und Vertrauen zahlt sich aus: Oft erhält man so Hinweise zu Verhandlungsspielräumen, versteckten Kosten oder preisrelevanten Hintergrundinformationen.

Zeigen Sie außerdem Verständnis für die Maklerseite: Sie stehen zwischen den Interessen von Käufer- und Verkäuferseite, haben Zeitdruck und tragen Verantwortung für einen reibungslosen Abschluss.

Für Kapitalanleger lohnt sich eine gepflegte Maklerbeziehung langfristig besonders: Wer als zuverlässiger Käufer wahrgenommen wird, wird bei künftigen Objekten früher informiert, erhält exklusive Angebote oder wird bei Off-Market-Deals aktiv angesprochen.

8 Tipps zur Preisverhandlung beim Hauskauf im Überblick: Nachfrage abschätzen, Genauen Wert ermitteln, Protokolle der Eigentümerversammlung prüfen, Argumente sammeln, Angebotspreis und oberste Grenze setzen, Energieeffizienzklasse prüfen, Kaufnebenkosten senken sowie eine Beziehung zum Makler aufbauen.

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