Das Plusenergiehaus: Zukunftsfähig wohnen mit eigener Energieerzeugung

von Helen Linder, Teamleiterin Finanzierungsberatung

Ein Plusenergiehaus geht einen Schritt weiter als andere energieeffiziente Häuser: Während energieeffiziente Gebäude generell darauf abzielen, den Energieverbrauch zu minimieren, erzeugt ein Plusenergiehaus mehr Energie als es für Heizung, Warmwasser und Strom verbraucht. Diese Energieüberschüsse werden entweder ins öffentliche Stromnetz eingespeist oder für späteren Gebrauch gespeichert. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: für Sie als Eigentümerin oder Eigentümer, für Ihre Mitmenschen sowie für Umwelt und Klima.


Planung des Plusenergiehauses

Die Planung eines Plusenergiehauses erfordert eine sorgfältige Abstimmung von Architektur, Gebäudetechnik und Energiekonzept. Dabei greifen eine hochwirksame Dämmung, eine optimierte Gebäudehülle und der Einsatz von erneuerbaren Energiequellen wie Solar- oder

Photovoltaikanlagen

(https://www.interhyp.de/ratgeber/wohnen/strom-aus-photovoltaik/)

harmonisch ineinander und sorgen für maximale Energieeffizienz. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei auch innovative Haustechniksysteme wie Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für ein Plusenergiehaus liegen in der Regel höher als bei einem konventionellen Neubau. Diese Mehrkosten amortisieren sich jedoch durch langfristige Einsparungen bei den Energiekosten sowie durch mögliche Einnahmen aus der Energieeinspeisung. Eine gut geplante Finanzierung, die Fördermittel beispielsweise von der KfW oder dem BAFA miteinbezieht, macht das Vorhaben günstiger und besser leistbar.

Von der Planung bis zur Fertigstellung

Die Realisierung eines Plusenergiehauses ist ein komplexes Vorhaben, weshalb Sie ausreichend Zeit für die sorgfältige Planung einkalkulieren sollten. Die Bauzeit beträgt in der Regel etwa 12 bis 18 Monate. Je nach Komplexität des Vorhabens, beispielsweise durch die Integration fortschrittlicher Haustechnologien und Energieerzeugungssysteme, kann sich die Bauzeit auch verlängern.

Vorteile

  • Energieautark: Mit einem Plusenergiehaus profitieren Sie von der Unabhängigkeit von externen Energiequellen sowie von den Energiepreisschwankungen am Weltmarkt.
  • Umweltfreundlich: Durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen tragen Sie mit einem Plusenergiehaus aktiv zum Schutz von Umwelt und Klima bei.
  • Wirtschaftlich: Die niedrigen Betriebskosten und die möglichen Einnahmen aus der Energieeinspeisung bieten Ihnen dauerhaft finanzielle Vorteile.

Herausforderungen und Überlegungen

  • Standortabhängig: Beachten Sie die sorgfältige Standortwahl und Ausrichtung des Gebäudes, um eine optimale Energieeffizienz zu erreichen.
  • Anspruchsvoll: Innovative, anspruchsvolle Haustechnologien erfordern regelmäßige professionelle Wartungseinheiten und Systemupdates.
  • Kostspielig: Die hohen Anschaffungskosten amortisieren sich zwar über die Jahre, stellen anfangs aber möglicherweise eine Belastung dar.

Antworten auf Ihre Fragen

Wie lange dauert es, bis sich die Investition in ein Plusenergiehaus amortisiert?

Die Amortisationszeit eines Plusenergiehauses liegt bei etwa 10 bis 20 Jahren – abhängig von den Energiepreisen, der Effizienz der Anlagen und den eingesetzten Technologien.

Ist ein Plusenergiehaus in jedem Klima realisierbar?

Grundsätzlich ja, jedoch erfordern unterschiedliche Klimazonen angepasste Konzepte, insbesondere in Bezug auf Dämmung und Energiegewinnung.

Können bestehende Häuser zu Plusenergiehäusern umgebaut werden?

Ja, durch eine umfassende energetische Sanierung, durch den Einbau effizienter Haustechnik und die Integration von Photovoltaikanlagen ist dies möglich. Je nach vorhandener Substanz ist hier mit hohen Aufwänden sowohl finanziell als auch zeitlich zu rechnen. Eine kompetente Beratung zu verschiedenen Sanierungsansätzen ist hier empfehlenswert.

Im Einklang mit Umwelt und Klima leben und dabei jede Menge Energie erzeugen

Das Plusenergiehaus steht für eine umwelt- und klimafreundliche Zukunft, da es mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Sie profitieren damit nicht nur von ökologischen Vorteilen, sondern auch von langfristigen finanziellen Einsparungen und von einem sehr hohen Wohnkomfort dank innovativer Heiz- und Lüftungstechnologien.

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