Immobilien als Kapitalanlage 2025: So wurde in Deutschland investiert

von Philipp Derichs, Senior Desk Finanzierungsberater, Niederlassung Stuttgart

Wie finanzierten Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger 2025 ihre Immobilieninvestitionen? Wie unterschieden sich die Bundesländer bei Renditeimmobilien? Wir werfen einen Blick auf Zahlen und Entwicklungen des vergangenen Jahres im Kapitalanlage-Segment.


2025 markierte für Immobilieninvestoren eine Phase verbesserter Marktbedingungen. Moderate Kaufpreisniveaus trafen auf Finanzierungskonditionen unter vier Prozent – eine Kombination, die Renditeerwartungen wieder realistischer machte. Der anhaltend angespannte Mietmarkt sicherte stabile Nachfrage und Vermietbarkeit in vielen Lagen. Gegen Jahresende führten allerdings Unsicherheiten im geopolitischen Umfeld und steigende Zinsen zu vorsichtigerem Investitionsverhalten.

Regionale Unterschiede bei Kapitalanlage-Käufen 2025

So kauften die Kapitalanleger in 2025. Der jüngste Antragssteller kommt aus Rheinland-Pfalz, in Thüringen wird die niedrigste Monatsrate gezahlt und in Bayern steht die teuerste Kapitalanlage.

An der Spitze der Kaufpreise liegen Hamburg mit 487.014 Euro und Bayern mit 484.042 Euro nahezu gleichauf. Entsprechend weisen Bayern (5.550 Euro) und Hamburg (5.406 Euro) auch die höchsten Quadratmeterpreise im bundesweiten Vergleich auf. Die teuerste im Jahr 2025 finanzierte Kapitalanlage wurde ebenfalls in Bayern erworben – mit einem Kaufpreis von rund 5,9 Millionen Euro.

Das Schlusslicht bei den Kaufpreisen bilden das Saarland, Thüringen und Sachsen. Auffällig ist jedoch: In Sachsen wurde ein deutlich höherer Anteil der Objekte zur Kapitalanlage finanziert (37 %) als im bundesweiten Durchschnitt. Der geringste Anteil an Kapitalanlagen entfiel auf Brandenburg (14 %).

Auch beim Objektalter zeigten sich regionale Unterschiede: Die durchschnittlich ältesten Immobilien (Baujahr 1946 bis 1951) wurden in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Sachsen finanziert, während in Brandenburg (1988) und Bayern (1982) vergleichsweise junge Objekte erworben wurden. Bei der Wohnfläche liegt Thüringen mit durchschnittlich 148 Quadratmetern an der Spitze, während Berlin Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger verstärkt kleinere Einheiten mit durchschnittlich 83 Quadratmetern gegriffen bevorzugten. Das widerspiegelt den angespannten Mietmarkt in Berlin.

Der Beleihungsauslauf bei Kapitalanlagen in 2025 im Überblick je Bundesland im Durchschnitt. In Bayern liegt dieser bei 73,3, wohingegen in Sachsen-Anhalt der Beleihungsauslauf mit 85,4 höher ist.

In Bezug auf die Zinsbindung, sind sich die Investorinnen und Investoren in allen Bundesländern einig: Die durchschnittliche Zinsbindung beträgt rund 10 Jahre.

In Bayern wurde mit durchschnittlich 143.526 Euro besonders viel Eigenkapital in die Finanzierung eingebracht (2024: 152.899 Euro). Entsprechend niedrig fällt hier auch der Beleihungswert mit 79 % aus. In Thüringen wurde dagegen der höchste Beleihungswert von 87 % verzeichnet.

Bayern steht – neben Hamburg (1.546 Euro) – auch an der Spitze bei der durchschnittlichen monatlichen Rate (1.516 Euro). Die geringsten monatlichen Raten zeigen sich im Saarland, in Thüringen und Sachsen. Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger, die in Hamburg investieren, verfügen zudem über das größte durchschnittliche Netto-Haushaltseinkommen von 12.740 Euro.

Finanzierungskennzahlen aus 2025 im Überblick


Durchschnittlicher Kaufpreis inklusive Nebenkosten

Durchschnittlich eingesetztes Eigenkapital

Durchschnittliche monatliche Rate

Durchschnittlicher Quadratmeterpreis

Baden-Württemberg

385.914 Euro

101.378 Euro

1.268 Euro

3.861 Euro

Bayern

484.042 Euro

143.526 Euro

1.516 Euro

5.550 Euro

Berlin

411.086 Euro

124.269 Euro

1.323 Euro

5.092 Euro

Brandenburg

383.915 Euro

102.311 Euro

1.318 Euro

3.507 Euro

Bremen

320.957 Euro

72.738 Euro

1.174 Euro

2.595 Euro

Hamburg

487.014 Euro

136.993 Euro

1.546 Euro

5.406 Euro

Hessen

398.055 Euro

110.896 Euro

1.336 Euro

3.742 Euro

Mecklenburg-Vorpommern

326.782 Euro

98.257 Euro

1.154 Euro

2.758 Euro

Niedersachsen

318.623 Euro

82.783 Euro

1.103 Euro

2.627 Euro

Nordrhein-Westfalen

335.052 Euro

88.052 Euro

1.161 Euro

3.109 Euro

Rheinland-Pfalz

331.547 Euro

77.229 Euro

1.234 Euro

2.597 Euro

Saarland

240.926 Euro

58.215 Euro

939 Euro

1.951 Euro

Sachsen

271.408 Euro

61.858 Euro

1.019 Euro

3.054 Euro

Sachsen-Anhalt

249.117 Euro

45.017 Euro

999 Euro

2.552 Euro

Schleswig-Holstein

356.222 Euro

94.424 Euro

1.205 Euro

3.330 Euro

Thüringen

241.620 Euro

49.261 Euro

953 Euro

1.975 Euro


Quelle: Interhyp AG, basierend auf abgeschlossenen Baufinanzierungen zur Fremdnutzung in 2025, Durchschnittswerte gerundet.

Kapitalanlagen werden in Deutschland zunehmend strategisch und differenziert finanziert. Investorinnen und Investoren reagieren stärker auf regionale Marktbedingungen, Objekteigenschaften und ihre individuelle Finanzierungsstruktur.

Während hochpreisige Bundesländer wie Bayern und Hamburg durch hohe Eigenkapitalquoten, niedrige Beleihungsausläufe und entsprechend höhere monatliche Raten geprägt sind, zeigen günstigere Regionen eine größere Bereitschaft zu höheren Fremdfinanzierungsanteilen. Gleichzeitig verdeutlichen die Daten, dass Kapitalanlagen nicht an eine bestimmte Objektgröße oder ein bestimmtes Baujahr gebunden sind – vielmehr zählen Vermietbarkeit, Marktumfeld und Finanzierungsspielräume.

Wie entwickelten sich die Zinsen 2025?

Die Konditionen für Baudarlehen mit einer Sollzinsbindung (https://www.interhyp.de/baufinanzierung/sollzinsbindung/) von zehn Jahren starteten im Januar bei 3,24 Prozent. Nach einem leichten Aufwärtstrend in den Frühjahrsmonaten bewegten sie sich im Sommer konstant um die 3,6-Prozent-Marke. Gegen Jahresende kam es zu einem erneuten Zinsanstieg, der im Dezember zu einem Niveau von ungefähr 3,85 Prozent führte.

Für Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger sind steigende Zinsen jedoch nicht isoliert zu betrachten. Entscheidend ist vielmehr die Gesamtrechnung aus Finanzierungskosten, Mieteinnahmen und steuerlicher Wirkung – nachdem Zinsaufwendungen bei vermieteten Immobilien steuerlich geltend gemacht werden können.

Was erwartet Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger 2026?

Für 2026 werden moderate Preissteigerungen am Immobilienmarkt erwartet, wobei die Entwicklung weiterhin stark von der Region abhängen dürfte. Für Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger rücken damit Standortqualität, Mietpotential und eine durchdachte Finanzierungsstrategie noch stärker in den Fokus.

Entscheidend ist, dass die gewählte Investmentstrategie zu den individuellen Zielen passt – etwa in Hinblick auf Rendite, Tilgungsstruktur, steuerliche Optimierung und die Größe des Portfolios. Trotz höherer Zinsen bestehen weiterhin attraktive Chancen, da das Angebot durch zurückgehende Fertigstellungszahlen begrenzt bleibt. Eine professionelle Finanzierungsberatung kann dabei helfen, passende Lösungen für die Kapitalanlage zu entwickeln., sagt Christian Hanke, Leiter Niederlassung Berlin, Potsdam und Königs Wusterhausen, Interhyp AG, Zitat vom 19.01.2026.